Once more off to Tasmania

Deutsche Version jeweils unten

The end of the year is a notoriously busy time of the year, and January was not much better. Finishing off and (re-)submitting papers to scientific journals, applying for research grants, working on data analyses and preparing everything for yet another trip to Tasmania… All the efforts are paying off, though, and the first two papers for the year 2017 are already accepted. The first one resulted from a long-term collaboration project with my French colleague Maud Poisbleau, whose research for years was focussed around the question why rockhopper penguins lay size-dimorphic eggs which hatch “the wrong-way around”, so to say. Namely, rockhopper penguins show the odd behaviour that the chick from the smaller, first-laid (A-)egg hatches one to two days after the chick from the second-laid and larger (B-egg). As B-eggs are laid on average four days after A-eggs, they therefore have a much shorter developmental time, and B-chicks have a distinct advantage for the survival compared to their younger and smaller siblings. With the now-accepted manuscript, another puzzle piece has found its place – and we can rule out that antioxidants that were transferred into the yolk and albumen by the penguin mothers play in determining the mysterious reverse hatching order. The other paper (my first single-author paper :)) was a bit of a spontaneous piece of work after having read a recent publication from Argentinian colleagues who were working on rockhopper penguins breeding on Isla Pingüino at the Argentinian coast. I couldn’t resist but had to comment on their research and (in my eyes at least partly short-sighted) conclusions as to why the rockhopper penguin population on Isla Pingüino had been increasing quite strongly, while the colonies in the Falkland Islands were generally declining. After all, only more research will be able to show whether they are right or I am right (or maybe both of us are partly) – science takes a long breath and often answering one question raises several new ones. It’s always good to have a wide-angled view and be open for different hypotheses – which, just to clarify, is something different than “alternative facts”.

So, now I am flying once more to the other end of the world. For those who read my last blog-entry about global warming: Yes, I did wonder whether this trip is really necessary and worth the CO2-emssions, and no, unfortunately taking a train or a boat is not a feasible alternative. However, I did come to the conclusion that it is much more efficient to stay for a few months in Tasmania to work with the experts on seabird tracking there than spending half of my time in Antwerp with typing emails to these very same people. So, I am going again, and I compensated my carbon offset already by donating to www.wildlifeworks.com for forest projects in Kenya and the Kongo. This also means that in the coming few months, there will be regular blog updates again – because, admittedly, I will also take the chance to enjoy the amazing landscape & wildlife. More specifically, after arriving, I will take holidays for a week and start on the 65 km long Overland Track: Just me, my trekking backpack with tent, sleeping bag, mat, a change of clothes, food for 6 days, a good book, camera, binoculars and of course some emergency & orientation equipment (map, GPS, first aid kit and a personal locator beacon for the worst case – there will be no mobile phone network…). No worries, I have done similar stuff before, and I’ll watch out that the Tasmanian devils won’t eat me :).

tasdevil

Tasmanian Devil / Tasmanischer Teufel

Noch einmal nach Tasmanien

Das Ende des Jahres ist eine notorisch hektische Zeit, und der Januar war nicht viel besser. Manuskripte zu Ende bringen und bei wissenschaftlichen Zeitschriften (wieder-)einreichen, Anträge für wissenschaftliche Finanzierung schreiben, an der Analyse der GPS Daten arbeiten, und alles für einen weiteren Aufenthalt in Tasmanien vorbereiten…  All die Arbeit macht sich aber bezahlt, denn die ersten beiden Manuskripte für das Jahr 2017 sind bereits angenommen und veröffentlicht. Das erste ist das Ergebnis einer langen Zusammenarbeit mit meiner französischen Kollegin Maud Poisbleau, deren Forschung sich schon seit Jahren um die Frage dreht, warum Felsenpinguine unterschiedlich große Eier legen, die sozusagen „falsch herum“ schlüpfen. Denn Felsenpinguine zeigen das ungewöhnliche Verhalten, dass das Küken, das aus dem kleinen, zuerst gelegten (A-)Ei erst ein bis zwei Tage nach dem Küken des zweitgelegten und größeren (B-)Eis schlüpfen. Da B-Eier im Durchschnitt vier Tage nach A-Eiern gelegt werden, haben sie also eine viel kürzere Entwicklungszeit, und B-Küken später einen Überlebensvorteil gegenüber ihren kleineren Geschwistern. Mit der neuen Veröffentlichung hat nun ein weiteres Puzzle-Teil seinen Platz gefunden – und wir können nun sagen, dass Antioxidantien, die von der Mutter mit dem Dotter und Eiweiß in die Eier übertragen werden, keine Erklärung für die umgekehrte Schlupfreihenfolge darstellen. Die andere Veröffentlichung (meine erste Allein-Autorenschaft :)) entstand eher spontan, nachdem ich die Publikation argentinischer Kollegen las, die an Felsenpinguinen auf der Isla Pingüino an der argentinischen Küste arbeiten. Ich konnte nicht anders als einen Kommentar zu dem Artikel zu schreiben um den (in meinen Augen zumindest zum Teil kurzsichtigen) Schlussfolgerungen der Kollegen zu wiedersprechen, warum die Population der Felsenpinguine auf der Isla Pingüino zunahm, während die auf den Falklandinseln abnahm. Letztendlich wird nur die weitere Forschung zeigen können, ob die argentinischen Kollegen oder ich Recht hatten (oder vielleicht auch jeder ein bisschen) – Wissenschaft braucht einen langen Atem und oft bringt die Antwort auf eine Frage mehrere neue Fragen hervor. Es ist immer gut, einen weiten Blickwinkel zu haben, und offen zu sein für verschiedene Hypothesen – was man auf keinen Fall mit „alternativen Fakten“ verwechseln sollte.

Ich fliege also noch einmal ans andere Ende der Welt. Für diejenigen, die meinen letzten Blog-Eintrag zum Klimawandel gelesen haben: Ja, ich habe mir überlegt, ob dieser Trip wirklich notwendig ist und Wert, all das CO2 auszustoßen, und nein, Zug oder Boot sind leider keine Alternative. Aber es ist einfach deutlich effizienter, einige Monate in Tasmanien mit den Experten für Seevogel-Tracking zu arbeiten, als die Hälfte meiner Arbeitszeit in Belgien damit zu verbringen, ebendiesen Leuten zu mailen. Ich fliege also wieder, und den CO2-Ausstoß meines Flugs habe ich bereits bei www.wildlifeworks.com für Waldprojekte in Kenia und dem Kongo gespendet. Das heißt auch, dass ich in den kommenden Monaten wieder regelmäßig diesen Blog updaten werde – weil ich natürlich auch die Gelegenheit nutzen werde, die tolle Landschaft und Tierwelt zu genießen. Genauer gesagt werde ich nach meiner Ankunft eine gute Woche Urlaub machen und auf den 65 km langen Overland Track starten: Nur ich, mein Trekking-Rucksack, gepackt mit Zelt, Schlafsack, Isomatte, Wechselkleidung, Essen für 6 Tage, einem guten Buch, Kamera, Fernglas und natürlich Notfall- & Orientierungs-Ausrüstung (Karte, GPS, erste Hilfe-Pack und Notfall-Funksender für den schlimmsten Fall – es gibt kein Mobilfunknetz…). Aber keine Sorge, ich habe schon mehr solcher Touren gemacht, und passe auf, dass mich die tasmanischen Teufel nicht auffressen werden :).

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